Donnerstag, 28. Juni 2018

Hallo Chef, hören Sie einfach mal zu und halten Sie dann mal die Klappe!



Zuhören gilt von jeher als Königsdisziplin in allen menschlichen Beziehungen. Für Führungskräfte ist diese Fähigkeit unverzichtbar. Wer nicht zuhören kann, riskiert den Verlust von Respekt und Motivation bei seinen Mitarbeitern. Dabei ist Zuhören nicht gleich Zuhören. Wenn ich hier von Zuhören spreche, meine ich eine aktive Tätigkeit, die von aufrichtigem Interesse getragen wird.

Was Zuhören mit Verstehen zu tun hat

Viele Führungskräfte beschränken sich darauf, ihren Mitarbeitern die eigene Sicht der Dinge zu vermitteln und Anweisungen zu erteilen. Sie übersehen dabei, dass sie kaum verstanden werden, wenn dem nicht von ihrer Seite her ein Prozess des Verstehens vorausgegangen ist. Wer als Führungskraft vermitteln kann, dass er zuhört, zeigt ehrliches Interesse an seinem Gegenüber und gibt dem Mitarbeiter ein unausgesprochenes Kompliment.

Wie Führungskräfte aktiv zuhören

1. Zuhören und nicht filtern

Aktives Zuhören steht für einen Vorgang, bei dem der Inhalt des Gesagten zunächst einmal ungefiltert aufgenommen wird. Gleich, ob der Inhalt positive oder negative Aspekte hat, er wird akzeptiert, wie er ist.

2. Zuhören und nicht bewerten

Wer aktiv zuhört, verzichtet auf eine Bewertung des Gehörten. Insbesondere darf das Zuhören nicht mit einem Urteil über die Person des Sprechenden verbunden werden.

3. Zuhören und nicht unterbrechen

Aktives Zuhören ist gleichbedeutend mit der Konzentration auf den Gesprächspartner. Viele Führungskräfte neigen zu ständigen Unterbrechungen, die sie auch von außen zulassen. Der Mitarbeiter hat so den Eindruck, dass es nicht darauf ankommt, was er zu sagen hat. Er fühlt sich weder verstanden, noch ist er der Meinung, dass der Manager ihm zugehört hat. Beliebte Unterbrecherprozesse bestehen auch daran, sofort Ratschläge für den Mitarbeiter bereitzuhalten und diese ungefragt zu artikulieren.

4. Zuhören und spiegeln

Um sicherzustellen, dass man das Gesagte richtig verstanden hat, bietet sich das sogenannte "Spiegeln" des Gehörten an, das man auch als Paraphrasieren bezeichnet. Die Führungskraft wird hier noch einmal mit eigenen Worten zusammenfassen, was sie dem Gesagten entnommen hat.

Aktives Zuhören lohnt sich, weil sich Menschen bevorzugt Lösungsvorschlägen öffnen, wenn sie sich verstanden und angenommen fühlen.

Mauro Cosetti

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