Dienstag, 5. März 2019

Warum Sie die besten Mitarbeiter nie bekommen werden

Liest man Zeitungsartikel zur aktuellen Arbeitsmarktlage stößt man überall auf die Stichworte Fachkräftemangel, Digitalisierung und War for Talent. Die Zeiten müssten gut sein für Bewerber. Sie sollten Respekt erwarten dürfen und müssten mit offenen Armen von potenziellen Arbeitgebern empfangen werden. Was ist die Realität? Die typischen Inserate für offene Stellen haben noch immer den arroganten Ton und bürokratischen Charme der 1980er Jahre. Von den Bewerbungsgesprächen ganz zu schweigen, in denen sich die meisten Bewerber fühlen wie vor einem Tribunal. Diese inkonsequente Haltung von unternehmerischer Seite könnte sich bald rächen.

Wir erwarten alles und Sie erwarten lieber nicht zuviel

Das immer noch typische Stelleninserat listet seitenweise die Anforderungen an den Bewerber. Fast kann man angesichts des Forderungskatalogs glauben, ein Bewerber mit diesen umfassenden Qulaifikationen, Kenntnissen, Erfahrungen und einem nicht zu bezwingenden Arbeitseinsatz müsste erst gebacken werden. Hier kann man zurecht von der eierlegenden Wollmlichsau sprechen, einer Fiktion, die auf dem Arbeitsmarkt kaum zu finden sein dürfte und erst recht nicht zu den teilweise lächerlichen Konditionen. Im Vorstellungsgespräch erwarten Personalchefs wie vor 50 Jahren eine fast devote und dankbare Einstellung des Bewerbers, der sich glücklich schätzen darf, überhaupt in die engere Wahl zu kommen. Work-Life-Balance? Flexible Arbeitsbedingungen und Miteinander auf Augenhöhe - diese Ansprüche der 2000er Jahrgänge sind in Personalabteilungen noch nicht angekommen.

Wenn der Fachkräftemangel real ist, werden Unternehmen sich noch wundern

Vieles spricht dafür, dass der Fachkräftemangel keine Mär ist, sondern eine sich in immer mehr Bereichen deutlich entwickelnde Realität. In den meisten Industrieländern entsteht in den nächsten Jahren eine überalterte Gesellschaft, der Nachwuchs fehlt. Können sich Unternehmen in dieser Situation ihre arrogante Attitüde gegenüber Bewerbern noch leisten? Vor allem, kann man auf der einen Seite den Wandel und die Innovationsbereitschaft betonen und auf der anderen Seite im Personalbereich jegliche Entwicklung ablehnen? Personelle Ressourcen werden in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Wettbewerbsfähigkeit heißt jetzt zunehmend auch, ein moderner Arbeitgeber zu werden. Junge Firmen und Start-Ups machen vor, wie das geht. Dabei wird dort in der Regel nicht weniger und schlechter, sondern motivierter und sehr erfolgreich gearbeitet. Wie wäre es also mit der nächsten Stellenanzeige, die auf einer Seite auflistet, worauf sich der Bewerber in Ihrem Unternehmen wird freuen dürfen?

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